Waldkapelle

Afrika! Ich hör bloß immer Afrika!

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Ich sage Ihnen was: Ich komme jetzt gerade aus Holthausen. Das ist hier nach Norden ins Tal rein eine kleine Bauernschaft, die zu Brochterbeck gehört. Ja, ja, wir stehen hier direkt auf dem alten Kirch- und Schulweg, den die Holthauser immer nehmen mussten, einmal über die Anhöhe hinweg, bei jedem Wind und Wetter! Das hat mir mein Großvater noch erzählt! Ah, und wenn´s zu warm ist, ist das auch nichts für jemanden, der nicht mehr ganz in Form ist, puh! Und wem haben wir das alles zu verdanken? Die Schuld hat Afrika! Jawohl! Glauben Sie nicht? Doch, doch! Nee, nicht die Afrikaner, die haben damit nichts zu schaffen. Afrika, der Kontinent! Der driftet nämlich seit über 100 Millionen Jahren Richtung Norden. Und fertig ist er damit noch längst nicht. Sie haben doch sicher von den schweren Erdbeben letztens in Italien gehört. Sehen Sie, Afrika driftet immer noch. Gucken Sie mal, die ganze Erdkruste besteht aus Erdplatten, die auf dem nach außen hin zähen, aber dennoch flüssigen Erdmantel schwimmen.

Und in langsamen Strömen verschieben sich nun diese Erdplatten gegeneinander. Also: Die Afrikanische Platte drückt gegen unsere Eurasische, und dann ist es wie bei so einem Teppich, der in Falten zusammengeschoben wird. Und die größte Falte ist? Na klar, das sind die Alpen. Aber auch bei uns machte sich der Druck bemerkbar. Hier, unser Teutoburger Wald  ist zusammen mit dem weiter nördlich gelegenen Wiehengebirge und dem dazwischenliegenden Osnabrücker Hügelland der Überrest einer einzigen großen Falte. Inzwischen ist sie recht zerklüftet, weil das weiche Gestein über viele Millionen Jahre von Wind und Wetter abgetragen wurde. Nur das harte Gestein blieb übrig und bildet den heutigen Bergrücken!

Ich sag´s Ihnen ja, Afrika ist schuld, dass wir hier herumkraxeln müssen! Andererseits ist es ja auch ganz schön, wenn´s ein bisschen Auf und Ab geht. In Ostfriesland ist Deutschland so platt, dass die Leute da sogar „Platt-deutsch“ sprechen. Ha, Ha, kleiner Scherz! Nein, obwohl es in der Gegend gar nicht so platt ist, reden zumindest die Alteingesessenen hier trotzdem ihr Platt!  Und unseren Strand haben wir hier auch, nur dass er ein wenig älter ist als der an der Nordsee, nämlich so etwa 140  Millionen Jahre. Wieso ich darauf komme? Na, sehen Sie sich mal den Stein an, aus dem dieser Teil des Teutoburger Waldes besteht. Alles Sandstein! Ich sag´s Ihnen, zu Dinosauriers Zeiten war hier alles der reine Sandstrand, direkt an einem urzeitlichen Meer.

Ach übrigens Norden und Hügel: Wenn Sie nach Norden hin den Kopf ein wenig recken, sehen Sie das Kohlekraftwerk Ibbenbüren. Schön ist es ja nicht, zugegeben, aber interessant, denn es steht an den Hängen des Schafbergs, wo spätestens seit dem 17. Jhd. Kohle geschürft wurde.

Wenn Sie sich für Geologie und den hiesigen Bergbau interessieren, dürfte das dortige Museum etwas für sie sein. So, nun ist aber genug erzählt. Ich muss weiter.

Machen Sie´s gut!

Die Waldkapelle – Ein Ort der Einkehr

 

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Dieser Ort ist nicht nur sehr idyllisch, sondern auch in besonderer Weise fromm, denn hier liegt die Waldkapelle Holthausen. Den Grundstein der Waldkapelle legte Kaplan Plietker, der von 1929 bis 1934 in Brochterbeck wirkte, einer Ortschaft, die südlich von hier unterhalb des Hanges des Teutoburger Waldes liegt. Er stand der Apostolischen Bewegung von Schönstatt nahe, die die Marienverehrung mit dem Anspruch verbindet, als Christ im Hier und Jetzt Verantwortung zu übernehmen und die Welt möglichst christlich zu prägen. Die Bewegung sollte der gerade für die Jugend oft verstaubt wirkenden Kirche ein moderneres Gesicht geben. Die Begeisterung, die von dieser Bewegung ausging, wollte er auf die Jugend seiner Gemeinde übertragen. Kaplan Plietker war es besonders wichtig, die Jugendlichen, entgegen dem Geist des Nationalsozialismus im Dritten Reich, möglichst eng an seine Kirche zu binden.

Die jungen Leute sollten gesellschaftlich tätig werden im Geist der Gottes- und Nächstenliebe. Die Marienverehrung sollte in diesem Sinne zum Fokus des Glaubens und Handelns werden. Dass Kaplan Plietker mit seinem Ansinnen nicht wenig erfolgreich gewesen ist, zeigt sich allein schon an der Existenz der Kapelle. Denn in den Jahren 1934 bis 1935 wurde sie von den Jugendlichen der Gemeinde selbst gebaut und erhielt den bezeichnenden Namen „Maria Wegweiserin“, der gewissermaßen Programm ist für die Bewegung von Schönstatt. Das Grundstück wurde für diesen frommen Zweck von der Familie Stallmeier zur Verfügung gestellt. Wenn wir in Richtung Osten blicken, können wir in etwa 100m am Waldrand den Hof der Familie Stallmeier erkennen. Auch heute noch kümmert sich die Familie regelmäßig um Pflege und Unterhalt der Kapelle, was sich auf den ersten Blick an ihrem gepflegten Zustand erkennen lässt.

Der Sandstein, aus dem sowohl die Kapelle als auch der Hof der Familie Stallmeier erbaut ist, stammt aus dem heute aufgegebenen Steinbruch direkt links neben der Kapelle im Hang des Teutoburger Waldes.

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