Das Vorwerkgelände

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Auf dem Weg vom Hirschtor aus Richtung Schloss stehen beiderseits des Weges zwei uralte Linden inmitten einer ca. 3 ha großen Lichtung. Sie standen einst als Hoflinden vor dem herzoglichen Vorwerk, das 1869 abgerissen wurde. Die Überlieferung weiß jedoch von einer viel älteren Besiedlung dieser Hofstelle südlich des Klosterwaldes. So hat beispielsweise Graf Anton Günther im 17. Jh. diesen Hof an seinen Gärtner Osterhusen verschenkt.

Kurz nachdem Prinz Peter Friedrich Ludwig im Jahre 1777 das alte Klosterareal für die Errichtung seiner Sommerresidenz angekauft hatte, erwarb er auch den hiesigen Hof und ließ ihn als Vorwerk bewirtschaften. D.h. er diente zur Versorgung der Hofhaltung mit Lebensmitteln, aber auch mit Baumschulprodukten. Sogar Milchviehhaltung gehörte dazu. Bewirtschaftet und bewohnt wurde der Betrieb von den jeweiligen Hofgärtnern.

Im Rahmen der großen Parkerweiterung in den 1870er Jahren durch Großherzog Nikolaus Friedrich Peter wurde das Vorwerk an dieser Stelle abgerissen. Zur selben Zeit wurde auch das repräsentative Hirschtor errichtet.

Südlich der Parkstraße wurde daraufhin ein neues Vorwerk errichtet, das in den 1920er Jahren an die Familie Albertzard verkauft wurde, in dessen Familie sich heute noch das „Vorwerk Gartencenter“ befindet.

Nach einer zwischenzeitlichen Aufforstung mit Pappeln wurde die Freifläche des Vorwerks in den Jahren 2006-2009 wiederhergestellt, so dass die alten Strukturen heute wieder sichtbar sind.

 

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