Hüggel “Zur schönen Aussicht”

Hier ging’s drunter und drüber!

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Willkommen auf der „Schönen Aussicht“ auf dem Heidhornberg, dem westlichen Ausläufer des Hüggels, eine der geologisch interessantesten Stelle im gesamten Naturpark Terra.vita. Wenn man sich diese sanften Höhen ansieht, dann kann man kaum glauben, dass das alles ein Ergebnis gewaltiger Um- und Ausbrüche sein soll, die mit Urkräften das Oberste zuunterst gekehrt haben. Der ungewöhnliche Befund, dass hier ältere Gesteinsschichten teilweise über den jüngeren liegen, gibt jedoch eindeutigen Hinweis, wie sehr die Erde hier in Aufruhr gewesen ist.
Die ältesten Gesteine vor Ort haben ein Alter von ca. 300 Millionen Jahre und sind damit weit älter als der benachbarte Teutoburger Wald oder auch das weiter im Norden erkennbare Wiehengebirge. Aber nicht wegen des Alters hat dieser Höhenzug die Menschen schon seit Jahrhunderten interessiert. Man vermutet, dass eine riesige Magmablase, ein sog. Pluton, der vor Urzeiten unter der Bramscher Gegend lag, durch Hitze und Druck mineralhaltiges Wasser in Klüften und Spalten aufsteigen ließ, das seine Last nahe der Oberfläche ablud. Auf diese Weise lagerten sich im Gestein des Hüggels Blei, Zink und Silber, insbesondere aber Eisen ab. Um diese Eisen zu verarbeiten, gab es zuerst eine Hütte im Tal südlich von hier, in Hagen am Teutoburger Wald. Doch der Erzabbau nahm erst richtig Fahrt auf, als es Mitte des 19. Jhds. zur Ansiedlung der benachbarten Georgs-Marien-Hütte kam. Über ein Jahrhundert lang wurde hier Eisenerz abgebaut und zur Hütte befördert, um dort zu erstklassigem Stahl verarbeitet zu werden. Heute gelten die Mineralvorkommen allgemein als erschöpft.
Wer sich noch genauer für die Geologie vor Ort interessiert, kann entweder dem örtlichen geologischen Lehrpfad folgen oder sich im Geozentrum Hüggel in der Osnabrücker Straße in Hasbergen informieren. Dort befindet sich auch eine beeindruckende Sammlung hiesiger Fossilienfunde, die die faszinierende Erdgeschichte in dieser Region in besonderer Weise dokumentieren.
Die Ortschaft Hasbergen sehen Sie übrigens im Tal unterhalb unserer Aussicht unmittelbar hinter der Waldgrenze des Heidhornberges.
Mit der neugotischen Kirche dort von 1903 hat es eine besondere Bewandtnis, die auf die enge Verflechtung mit dem Hüggel hinweist. Sie besteht nämlich aus Recycling-Material. Zumindest gewissermaßen, denn Anfang des 20. Jhds. wurden in Georgsmarienhütte Steine zum Bau hergestellt, indem man die Restschlacke, aus der das Eisenerz herausgeschmolzen worden war, mit Kalk vermischte und in Formen presste. Heraus kam dabei ein besonders festes und zähes Baumaterial, das auch in Georgsmarienhütte selbst vielfach Verwendung fand.

Abenteurer aufgepasst! Ein Schatz im Silbersee.

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W: How, ich grüße meine weißen Brüder und Schwestern. Euch verlangt es nach dem Schatz im Silbersee, den es hier geben soll? Ich muss Euch sagen, Manitu schätzt die Habgier des weißen Mannes nicht…
OS: O, Mann, Winnetou, du bist völlig im falschen Film.
W: Wie kann mein Bruder so etwas sagen?
OS: Aber, wenn´s doch stimmt! Pass auf, das hier ist der Hüggel im Osnabrücker Land – in Germany!
Hier gibt es zwar einen Silbersee, aber das ist nicht unser! Der wird auch nur so genannt, weil es hier früher ein Silberbergwerk gegeben hat. Entspann dich und sieh dich lieber ´mal ein bisschen um: Mensch, das ist hier wirklich eine schöne Aussicht. Ganz Osnabrück liegt uns zu Füßen. Da, die Innenstadt mit ihren alten Kirchtürmen. Der höchste gehört zur Katharinenkirche, 103 m hoch, das höchste mittelalterliche Bauwerk in Niedersachsen! Und dann diese ganzen Hügel rund um Osnabrück, das sind inzwischen alles Stadtteile: Links von der Altstadt der Westerberg mit der Fachhochschule, hinter der Altstadt der Sonnenhügel und weiter rechts der Schölerberg mit dem Zoo. Da gibt es fast alles, außer Bisons. Also Winnetou, ich sag´s dir, hier ist nicht der Wilde Westen!
W: Aber mein Bruder…
OS: Ach, und dann die wunderschön bewaldeten Höhenzüge drumherum. Hier nach Norden, da liegt mit seinen gewaltigen Windrädern der Piesberg und ein gutes Stück weiter rechts der Schinkelberg mit seinem Funkturm. So, und eigentlich könnte man von hier aus sogar bis weit in die norddeutsche Tiefebene hineinspähen, aber sieh dir das da hinten an, links vorbei an den Windrädern des Piesberges, ganz da hinten. Siehst du in der Ferne diesen schlanken, mit Drahtseilen abgespannten Funkmast. Das ist die Schleptruper Egge, ein Abschnitt des Wiehengebirges, das von Bramsche bis zur Porta Westfalica reicht. Das versperrt uns die weitere Sicht!
W: Beeindruckend, Charly!
OS: Sag ich doch!
W: Aber liegt der Silbersee nicht eigentlich bei Bremerhaven?
OS: Ach, wär ich doch bloß in Bad Segeberg geblieben!

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