Oppenweher Moor – Aussichtsturm

Die Vogelwelt im Moor: Vielfältig & faszinierend

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Willkommen auf der Aussichtsplattform im Oppenweher Moor. Insbesondere als Natur- und Vogelliebhaber kommen Sie hier auf Ihre Kosten. Die reichstrukturierte Landschaft des Naturschutzgebietes bietet mit seinen ehemaligen Torfstichen, Hochmoorresten , Zwergstrauchheiden, Woll- und Pfeifengraswiesen und naturnahen Birken-Eichenwäldern einen besonderen Lebensraum für unterschiedlichste Brut- und Zugvögel, von denen eine ganze Anzahl als bedroht gilt. Wenn Sie sich ein wenig Zeit nehmen, dann werden Sie hier gemäß der Jahreszeit ganz unterschiedliche Entdeckungen machen.

Vielleicht begegnet Ihnen eine geflügelte Kreatur mit dem furchteinflößenden Namen „Neuntöter“! Aber keine Sorge, der kleine Bursche wird Ihnen sicher nichts tun. Er hat nur die bemerkenswerte Angewohnheit, Beuteinsekten auf Dornen aufzuspießen, was ihm früher den Ruf eingebracht hat, er würde immer erst neun Beutetiere sammeln, bevor er mit seinem Mahl begänne, was natürlich Unsinn ist. Im Niederdeutschen wird er auch „Dickkopp“ genannt, was seine Gestalt ganz gut beschreibt. Erkennbar ist der hübsche, etwa 18cm große Vogel an seinem bräunlichen Rücken- und hellem Brustgefieder; der Kopf ist grau und er weist eine markante dünne schwarze Maske um die Augen auf.- Jedenfalls das Männchen, das Weibchen ist mit seinen Brauntönen deutlich schmuckloser.

Sicherlich nicht schmucklos präsentiert sich dagegen der Kiebitz, ein etwa taubengroßer Vogel mit einer auf den ersten Blick auffälligen Schwarz-Weiß-Fiederung. Auf den zweiten Blick erkennt man seinen grün-grau schimmernden Mantel und einen blau-violetten Schulterfleck. Besonders markant ist die lange zweizipfligen Haube und sein Ruf, der früher weit verbreitet zu hören war. Leider gilt der Kiebitz heute als gefährdet.

Der Große Brachvogel ist von graziler Gestalt, trägt ein bräunlich-geschecktes Gefieder und hat einen charakteristischen langen, nach unten gekrümmten Schnabel. Er liebt Moore und Feuchtwiesen. Im Mai und April steigt er auf, um mit einem trillernden Ruf sein Balzrevier zu markieren. Auch er gilt als stark bedroht.

Aufgrund vieler Renaturierungsmaßnahmen, u.a. das Wiedervernässen von Moorflächen, hat sich hier in den letzten Jahren  ein international bedeutender Rastplatz für Kraniche und Wildgänse entwickelt. Auf ihren Zug in die Überwinterungsgebiete ziehen  jährlich große Schwärme regelmäßig von Mitte September bis Mitte November über das Moor. Kurz vor Sonnenuntergang kommen sie dann aus dem umgebenden Kulturland ins Moor geflogen, um dort ihre Schlafplätze aufzusuchen. Ein einzigartiges Naturschauspiel! Der trompetenhafte Ruf der Kraniche und das laute Gequatsche der Gänse sind dabei nicht zu überhören.  Zum Höhepunkt der Rast sind bis zu 25.000 Kraniche und 30.000 Graugänse im Moor zu beobachten. Auch im Frühjahr, auf ihren Rückzug in die nordischen Brutgebiete, kommen bis Ende April Kraniche zur Rast ins Moor. Allerdings sind die Zahlen dann deutlich geringer als im Herbst. In manchen Jahren sind noch im Sommerhalbjahr  fast erwachsene Jungvögel  im Gebiet zu beobachten.  Oftmals handelt es sich dabei um sog. „Übersommerer“, Junggesellen, die in den warmen Monaten im Moor herumvagabundieren.

Aber nicht nur die Vogelwelt hinterlässt im Moor ihre akustischen Spuren. An warmen Abenden im Mai-Juni oder im August-September hört man aus umgebenden Gebüschen des Aussichtspunktes die Rufe der Laubfrösche. Zur Laichzeit entwickeln sich hier ausgesprochen lautstarke Rufgemeinschaften der Männchen

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