Nasses Dreieck

 „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten …“

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Willkommen auf der Loreley… Sie stutzen? Ja, und zwar mit Recht. Natürlich befinden Sie sich nicht am Rhein. Aber wenn Sie sich einmal umsehen, wird Ihnen sofort das imposante Hochkreuz auffallen. Dieses sog. „Friedenskreuz“ stammt aus dem Jahr 1917, der Zeit des 1. Weltkriegs, und ragt bis heute mahnend in den Himmel. Unterhalb des Kreuzes,  liegt an der Straße ein kleiner Rastplatz, der den freien Blick auf das sog. "Nasse Dreieck“ bietet. Und dieses besondere Plätzchen wird im Volksmund "Kleine Loreley" genannt. Sehen Sie, Sie sind hier also doch ganz richtig! Jetzt muss ich Ihnen nur noch erklären, was es mit dem „Nassen Dreieck“ auf sich hat. Glauben Sie´s oder nicht: Sie schauen auf einen der bedeutendsten Verkehrsknotenpunkte Deutschlands! Hier begegnen sich nämlich der Dortmund-Ems-Kanal, der seit dem Jahr 1899 das Ruhrgebiet mit der Ems und dem deutschen Nordseehafen Emden verbindet, und der Mittellandkanal, der seit 1916 von hier aus bis nach Magdeburg an der Elbe reicht, wo sich der Anschluss an die osteuropäischen Wasserstraßen findet .

Rund um das „Nasse Dreieck“ siedelten sich seinerzeit viele Gaststätten und Geschäfte an. Davon zeugen noch heute z. B. der Hafen oder die Bunkerstationen. Bis in die 60er Jahre gab es hier sogar ein Internat für die Kinder der Binnenschiffer. Mit dem Aufkommen der motorisierten Selbstfahrer und der Auflösung der Schleppschifffahrt waren diese Einrichtungen jedoch schließlich überholt.

Wenden Sie den Blick Richtung Westen, sehen Sie kurz vor dem Abzweig des Mittellandkanals die so im Volksmund benannte „Fußgängerbrücke“, die den Dortmund-Ems-Kanal überquert. Ihre sehenswerte Stahl-Fachwerkkonstruktion ist beredtes Zeugnis für die Brückenbaukunst vor 100 Jahren.

Rechts von ihr liegt die noch im Original erhaltene alte Schleuse in Bergeshövede. Sie zeugt von den verkehrstechnischen Erfordernissen um 1900, denn ihre Schleusenkammerabmessung von 67,00 m mal 8,60 m ist für die damaligen Schiffsgrößen ausgelegt und wäre heute viel zu klein. Entsprechend wurde sie abgelöst durch die den modernen Maßstäben angepasste Schleuse im weiter westlich gelegenen Bevergern.

Noch weiter rechts, sehen Sie den nach Norden hin ansteigenden Huckberg. Oft wird gesagt, hier beginnt der Teutoburger Wald, doch es gibt einen noch weiter westlich gelegenen Ausläufer. Bei gutem Wetter sehen Sie am westlichen Horizont den Kirchturm von Rheine. Und der liegt am Rande des Thiebergs, der zu den letzten Erhebungen des Teutos zählt.

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