Teufels Backtrog

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Hier war der Teufel los! Denn das, was Sie da vor sich sehen, ist des Teufels Backtrog! So zumindest haben sich die Leute früher diese Ansammlung von sehr großen und schweren Findlingen erklärt.

Warum das Steingrab mit dem Bäckerhandwerk in Verbindung gebracht wurde, erschließt sich aus einer Beschreibung vom Anfang des letzten Jahrhundert: „Die Träger sind an der Außenseite mit Erde bedeckt und bilden mit den aufliegenden Decksteinen eine nach Osten offene Höhlung, die mit einem Backofen einige Ähnlichkeit besitzt.

Offenbar haben sich die Menschen gefragt, wozu sich eine solche Mühe machen und diese furchtbar schweren Steine zusammentragen? Wenn es aber nach etwas aussieht, was möglicherweise zum Backen verwendet wird, dann könnte es doch genau das sein! Aber wer sollte solch gewaltige Backutensilien benutzt haben? Wer könnte solche Steine geschleppt haben? Wenn nicht ein Riese, dann sicher der Teufel! Von anderen Steinen wollte man wissen, dass sie etwas mit dem vorchristlichen Heidentum, also Teufelszeug, zu tun haben, demnach wäre der Bezug zum Teufel eigentlich ganz schlüssig.

Ein Bewusstsein dafür, dass es sich bei diesem Steinensemble um ein Grab handeln könnte, war anscheinend nicht mehr vorhanden. Aber genau das ist es.

Der sog. „Teufels Backtrog“ ist ein vergleichsweise kleines Großsteingrab mit noch vorhandenen 7 Trag- und 3 Decksteinen. Ursprünglich wird es, wie alle Hünengräber, von einem Erdhügel bedeckt gewesen sein. Dazu hatte es eine Umfassung aus kleineren Findlingen, deren Reste Anfang des letzten Jahrhunderts noch vorhanden gewesen sind.

Des „Teufels Backofen“, eine nur 200m entfernte zweite Anlage, stellt die Ergänzung zum Backtrog dar. Der Volksmund hat zwischen beiden einen scheinbar plausiblen Zusammenhang geschaffen. Von anderen dicht beieinander liegenden Großsteingräbern wird erzählt, dass Riesen gemeinsam gebacken hätten, einer der Riesen aber dem anderen misstraute. Deshalb hätte er seinen schweren Backtrog etwas abseits fallen lassen, um schnell zurück beim Ofen zu sein, weil er sehen wollte, was der andere dort trieb. Vielleicht wurde über diese beiden Gräber eine ähnliche Geschichte erzählt, in der sich der Teufel, genau wie beim Süntelstein, tölpelhaft anstellt.

Nehmen Sie sich die Zeit und sehen Sie sich diese uralten Überreste menschlicher Zivilisation in aller Ruhe an, wobei auch Sie vielleicht Ihre Fantasie schweifen lassen. Vergessen Sie darüber aber nicht, auch noch dem Backofen, dem zweiten Grab, einen Besuch abzustatten. Wenn sie mögen, hören wir uns dort gleich wieder.

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