Marktplatz Kloster Oesede

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Die Gestaltung des Marktplatzes in Kloster Oesede geht darauf hinaus, für die Gemeinde einen repräsentativen Mittelpunkt zu schaffen. Die Lösung, die gefunden wurde, ist dem Rat manchmal nicht leicht gefallen. Auch die Bürger zeigten ein reges Interesse, und zuweilen galt es, entstandene Wogen von Meinungen und Stimmungen zu glätten. Inzwischen aber ist es nicht nur gelungen, einen endgültigen Plan aufzustellen, sondern mit dessen Verwirklichung hat man bereits begonnen. Das Marktplatzgelände in Kloster Oesede ist gegenwärtig beherrscht von Bauarbeiten. Es wird erwartet, dass im Herbst nächsten Jahres der gesamte Komplex fertiggestellt ist.

So war der Stand der Dinge 1962, als die Gemeinde Kloster Oesede entschieden hatte, sich ein eigenes Zentrum mit einem öffentlichen Platz zu geben, auf dem z.B. auch eine Kirmes stattfinden könnte. Vor Ort war hier bislang nur ein verschlafener eichenbewachsener Grund gewesen, nun hielt die neue Urbanität Einzug. Eine Reihe von zweigeschossigen Geschäftshäusern wurde gebaut, dazu ein Rathaus, in das gleichzeitig die Kreissparkasse einzog. Der damalige Sparkassendirektor Aach sprach sogar von einer Ehe zwischen Sparkasse und Gemeinde. Diese hielt allerdings nicht ganz lange, denn die Gemeinde wurde gewissermaßen untreu. Aber aus gutem Grund: 1970 beschlossen fünf umliegende Gemeinden und Kloster Oesede, sich zur Stadt Georgsmarienhütte zusammenzutun. Damit entfiel hier am Marktplatz die Präsenz in einem eigenen Rathaus, so dass die Sparkasse in dem Gebäude zunächst allein verbleib, bis sie sich neue Mitbewohner suchte.

Eine Besonderheit am Rande des Platzes ist die Klause als öffentlicher Andachtsraum. Sie geht zurück auf die Stiftung eines Bauern zu Anfang des 20. Jhds. Überdies ist sie eine der Stationen der Jakobiprozession. Diese geht darauf zurück, dass in der Nacht auf Jakobi, den 25. Juli des Jahres 1703, Diebe das legendenumrankte Gnadenbild der Maria im Kindbett aus dem Kloster gestohlen hatten. An der Nordmauer des Klosters, beim heutigen Edith-Stein-Haus, war es jedoch wiedergefunden worden. Daher wird aus Dankbarkeit noch heute alljährlich die Jakobiprozession unternommen.

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