Gellenbecker Mühle

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„Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“. Was das alte Lied besingt, gehörte lange Jahrhunderte zum selbstverständlichen Alltag der Menschen. Vor allem das Korn musste gemahlen werden und da die Windmühlentechnik erst seit dem späten Mittelalter von Flandern her Einzug hielt, war man darauf angewiesen, die Kraft des Wassers zu nutzen.
Hier, am Standort der Gellenbecker Mühle, gab es spätestens seit dem 13. Jhd. eine Wassermühle. In einer Urkunde dieser Zeit findet sie ihre erstmalige Erwähnung als Teil des Hofes Meyer zu Gellenbeck. Damit ist sie die älteste Mühle Hagens. Eine weitere mittelalterliche Urkunde berichtet davon, dass Hof und Mühle samt Pächter dem Ritter von Varendorf zum Lehen gegeben wurden.
Wie so vieles andere nahm auch die Gellenbecker Mühle im 30-jährigen Krieg schweren Schaden. Da man sie aber dringend brauchte, wurde sie schon 1637 wiederaufgebaut. Nach Ende dieses verheerenden Krieges erlebte Deutschland eine vergleichsweise friedliche Zeit mit weitgehendem wirtschaftlichem Wohlstand. Das wirkte sich auch auf die Mühle in Gellenbeck aus. Sie wurde um einen zweiten Mahlgang erweitert. Gleichzeitig errichtete man auf der gegenüberliegenden Seite des Baches eine Öl- und Bokemühle zur Verarbeitung von Flachs. Über lange Jahre hielt sie eine Monopolstellung inne, da sie doch die einzige ihrer Art in einem Umkreis von 35 km war.
Dass es in solch einer Mühle nicht immer ganz ungefährlich zuging, zeigt eine Anekdote aus dem 18. Jdh. Aus Vergesslichkeit oder weil er sich nichts dabei gedacht hatte, hatte jemand die Tür zur Ölmühle offengelassen. Ein Schwein ergriff die Gelegenheit beim Schopf und schlüpfte hinein. Das neugierige Tier schnüffelte nun überall herum – bis man aus der Mühle nur noch lautes Quieken hörte. Das arme Schwein war unter eine Walze gekommen und vermutlich gab es in den nächsten Tagen, vom Braten bis zur Leberwurst, gut zu essen.
Bis 1929 wurde die Ölmühle betrieben, dann jedoch war ihre Zeit abgelaufen und man ersetzte sie durch das jetzige Wohnhaus.
Der jetzige Mühlenbau ist um 1900 entstanden. Zuletzt bis 1977 war die Mühle noch verpachtet und verrichtete ihren Dienst. Danach stand jedoch zu befürchten, dass das Areal ohne Nutzung langsam, aber sicher verfallen würde. Verhindert wurde dies schließlich durch das Ehepaar Bölts, die das Wohnhaus bezog und zusammen mit dem Verein zur Erhaltung der Gellenbecker Mühle die Anlage wieder instand setzte.

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