Friedhofskapelle


Foto – Stefan Herringslack

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Vor allem ruhig und friedlich ist es hier. Ganz angemessen für eine Friedhofskapelle. Denn um nichts anderes handelt es sich bei diesem kleinen Gebäudekomplex, der mit einem Tor gekoppelt ist. Der Friedhof, der dazugehört, ist allerdings kein allgemein zugänglicher der Stadt Lengerich, sondern er gehörte ursprünglich zu der Provinzial Heilanstalt mit dem schönen Namen „Bethesda“, der auf einen heilkräftigen Teich in der heiligen Stadt Jerusalem verweist. Die Nachfolgeinstitution dieser Heilanstalt existiert übrigens heute noch: die LWL-Klinik, deren charakteristischer Bau mit den zwei Türmen nicht weit entfernt von hier steht. Dieser Friedhof war also in erster Linie Patienten, aber auch dem Pflegepersonal vorbehalten. Heute wird er allerdings kaum noch genutzt.
Der Bau der Kapelle stammt, wie man schon an seiner schlichten, aber zweckmäßigen Architektur erahnen kann, vom Anfang des 20. Jhds., genauer gesagt aus dem Jahr 1926. Vor einigen Jahren ist die Kapelle saniert worden, so dass sie sich heute wieder in würdiger Weise präsentiert.
Markieren Kapelle und Tor einerseits das Friedhofsareal, so stellen sie gleichzeitig den Übergang zu etwas durchaus Lebendigem dar, nämlich zur Kunst: „ALVA“ ist das Motto des Kunstprojektes, das sich hier unmittelbar anschließt. Die Buchstaben stehen für lateinisch „Ars longa, vita aeterna“, was übersetzt soviel bedeutet wie: „Die Kunst währt lang, aber das Leben ewig“. Es handelt sich dabei um einen Skulpturenpark am Südhang des Teutoburger Waldes, der sich bewusst in die Landschaft einfügt. Seit 2001 entwickelt sich das ALVA- Kunstprojekt, das im Rahmen der Skulptur Biennale Münsterland gestartet ist, kontinuierlich weiter. Sie begegnen dort einem riesigen Kartenhaus, einem grünen Raum, einer Treppenskulptur, dem Jones-Garten und vielem mehr. Kommen Sie einfach und gehen Sie auf Entdeckungstour – oder atmen Sie einfach nur die schöne Atmosphäre in diesem vielfältigen Landschaftspark.

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