Klimaturm Friedenshöhe

Hier sind Sie ganz nah am guten Ton!

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Hier auf dem Stuckenberg, der auch Friedenshöhe genannt wird, sind Sie ganz nah am guten Ton! Schauen Sie doch nur einmal auf den industriellen Komplex direkt unter Ihnen. Was meinen Sie, was das für ein Betrieb ist? Ich sag´s Ihnen, es ist ursprünglich eine Tonziegelei gewesen, wie es sie entlang des Wiehengebirges seit dem 19. Jhd. viele gab. Es hatte sich hier nämlich vor 180 Millionen Jahren auf dem Grund des jurazeitlichen Meeres schwerer schwarzer Schlamm abgelagert, der sich im Laufe der Zeit zu Ton verdichtete. Heute hat sich die Firma allerdings auf feuerfeste Bauteile für Industrieöfen spezialisiert.
Nachdem wir das mit dem guten Ton schon ein wenig geklärt haben, nehmen wir nun die Ortschaft in den Blick, die linker Hand zu Ihren Füßen liegt:  ein uraltes Dorf namens Buer, das heute ein Ortsteil von Melle ist.

Seine Geschichte reicht zurück bis in vorkarolingische Zeiten, bevor die Franken das Land unterwarfen. Da Buer aber immer wieder in die Streitigkeiten seiner Herren verstrickt war, musste man sich in besondere Weise um den eigenen Schutz kümmern. Daher wurde eine Kirchhofsburg errichtet, ein durch Gebäude eingefriedeter Bereich rund um die Kirche, der heute noch weitgehend intakt ist. Die Kirche selbst ist allerdings nicht mehr mittelalterlich, obwohl ihre romanische Architektur das auf den ersten Blick vermuten lässt. Sie stammt aus der Mitte des 19. Jhds. Ihr Turm hat sechs Seiten und wird daher im Volksmund auch „Bueraner Bleistift“ genannt. - Naa, ich weiß nicht, ob das so schicklich ist. Bleiben wir doch lieber erdig. Die Mauern der Kirche sind aus dem Stein der Meller Berge, auf denen wir uns gerade befinden.
Von außen betrachtet scheinen diese Berge ein Ausläufer des Wiehengebirges zu sein, doch von der Innenansicht her haben sie nichts mit ihm zu tun, sondern bestehen aus viel älterem Gestein. Es ist ein Schilfsandstein, der vor 220 Millionen Jahren als Flussablagerung seinen Anfang nahm.
Entsprechend gibt es hier bedauerlicherweise keinen guten Ton, davon können Sie sich in einem Steinbruch direkt unterhalb unserer Anhöhe selbst überzeugen!
Da wenden wir uns doch lieber wieder den Höhen zu. Südwestlich nicht weit von hier befindet sich die Ottoshöhe, die direkt auf Melle schaut.

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