Ellernteich mit “Arkadenspirale”

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Herzlich willkommen am wunderschönen Rasteder Ellernteich! Auch wenn Sie es nicht auf den ersten Blick erkennen, aber Sie stehen vor einer echten Kuriosität; denn dieser Teich ist gleich zwei Mal angelegt worden.

Der Oldenburger Großherzog Peter Friedrich Ludwig, übrigens der Namenspatron des Oldenburger Kulturzentrums PFL, ließ hier in Rastede neben seiner Sommerresidenz eine Parkanlage erstellen. Dem Geschmack der Zeit folgend erweiterte sein Sohn und Nachfolger Paul Friedrich August die Anlage im Stil eines englischen Landschaftsparks. Im Zuge dessen wurde 1842 die hiesige Niederung, die von Erlen, plattdeutsch Ellern, bewachsen war, zu einem Fischteich umgestaltet. Wie aufwendig das Unterfangen gewesen ist, lässt sich insbesondere daran ablesen, dass die Anlage des Teiches erst 6 Jahre später, im Jahre 1848 abgeschlossen werden konnte. Mit seiner Fertigstellung ergab sich vom Schloss aus eine neue Blickachse über den Ellern- und Mühlenteich hinweg bis zur Wassermühle. Ein Weitblick, der einem Herrscherhaus wahrlich angemessen ist!

Über 100 Jahre später, nämlich am Ende der 50er Jahre des 20.Jh. war der Ellernteich in einem solch schlechten Zustand, dass man beschloss ihn abzufischen und trocken zu legen. Darüber hinaus wurden neue Ellern angepflanzt, um den Urzustand gewissermaßen wieder herzustellen.

Doch offenbar fehlte den Rastedern hier etwas inzwischen sehr lieb Gewordenes, und so kam es, dass im Jahre 1976 der Ellernteich zum zweiten Mal angelegt wurde, diesmal sogar mit einer Fontäne, die von der Sonne beschienen sich in allen Farben des Regenbogens zeigt.

Aus Anlass der Wiederherstellung des Teiches feiert man in Rastede jedes Jahr am 2. Septemberwochenende auf dem Turnierplatz das Ellernfest, ein beliebtes Volksfest für Jung und Alt.

Wenn Sie um den Ellernteich etwas herumspazieren, werden Sie die Arkadenspirale entdecken. Sie ist ein Beitrag von Rasteder Künstlern zum 950jährigen Jubiläum der St. Ulrichs Kirche und des Ortes Rastede aus dem Jahre 2009.

Sie besteht aus genau 1000 gebrannten Ziegeln und versinnbildlicht die 950 Jahre des Jubiläums sowie 50 weitere für die Zeit davor bzw. für die Zukunft. Bei genauerer Ansicht werden Sie bemerken, dass einige der Ziegel mit ihren Jahreszahlen besonders hervorgehoben sind. Hier finden sich Daten, die für Rastede von großer Bedeutung sind, so z.B. 1059 die Weihe der St. Ulrichs Kirche oder 1091 die Gründung des bedeutenden Rasteder Benediktinerklosters, auf dessen Grundmauern heute das Schloss der Großherzöge steht, oder auch 1867 der Eisenbahnanschluss, der nach ganz Oldenburg und damit auch nach Rastede die neue Zeit brachte.

Die Spiralform des Kunstwerks symbolisiert die fortschreitende Verschränkung zwischen Vergangenheit und dem Gegenwärtigen.

Auch sind die Anklänge an die Architektur des Sakralbaus durchaus kein Zufall, zumal Rastede über Jahrhunderte hinweg vom örtlichen Benediktinerkloster geprägt war.

 

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