Der Lappan

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Ach ja, der Lappan. Wenn man an Oldenburg denkt, da denkt man immer irgendwie auch gleich  an den Lappan. Ein echtes Oldenburger Wahrzeichen! Übrigens hieß der Lappan nicht schon immer so, und so ausgesehen hat er auch nicht schon immer. Eine echte Konstante dagegen ist die Liebe der Oldenburger zu ihrem Lappan. Schon mehrmals sollte er abgerissen werden und jeweils ist er gerettet worden durch den Protest der wackeren Oldenburger Bürgerschaft. Es wäre ja auch zu schade um das gute Stück gewesen. Durch den großen Brand von 1667 und eine wechselvolle Geschichte ist der Stadt ohnehin  nicht ganz viel  mittelalterliche Bausubstanz geblieben. An dieser Stelle jedoch schon.

Im 14. Jhd hatten die Oldenburger hier eine Armenstiftung eingerichtet, mit einer dazugehörigen Kapelle. Und da sich diese Kapelle großer Beliebtheit erfreute, mussten doch die frommen Bürger der Neustadt nun nicht mehr jedesmal quer durch Oldenburg zur Lambertikirche pilgern, erhielt sie nur einige Jahrzehnte später einen Glockenturm. Damit ist unser Lappan der älteste steinerne Kirchturm der Stadt, und dass er einmal eine solche Funktion innehatte, sieht man ihm heute noch an. Da übrigens Kapelle und Armenstift dem Heiligen Geist geweiht waren, hieß der entsprechende Abschnitt der Stadtmauer „Heiligengeistwall“, eine Bezeichnung, die noch heute im Straßennamen erhalten ist. Der hohe und steinerne Heiligengeistturm, wie der Lappan damals hieß, spielte sicherlich bei der Stadtverteidigung ebenfalls eine Rolle, war er doch gerade erst fertig gebaut worden, als Oldenburg unter seinem berüchtigten Raubgrafen Gerd im Krieg gegen Friesen, Münsteraner und die Hanse schwer belagert wurde.

Sowohl Armenhaus als auch die Kapelle gingen nach einer Weile wieder ein: In der Gaststraße unterhielt der Abt des Rasteder Klosters ein „Gästehaus“, wohl eine Art Obdachlosenheim, das das Armenhaus weitgehend überflüssig machte. Und mit dem Einzug der Reformation brauchte es keine zusätzlichen Kapellen mehr. Dennoch überstand der Turm als Glockenturm samt Uhr auch die folgenden Jahrhunderte, ebenso wie sein etwas zurechtgeschusterter Anbau.

Dieser Anbau wurde schon früh als „Lappan“ bezeichnet. Dazu erzählt man sich in Oldenburg gerne, dass die Bezeichnung vom niederdeutschen Wort „lappen“ käme, das so viel heißt wie „flicken“ oder „ausbessern“. Und da oftmals im Deutschen ein Scherz- oder Spottname in der Befehlsform gebildet wird, z. B. der „Stehimweg“ oder der Tunichtgut“, soll man auch hier diese Form benutzt haben. Ähnlich wie ein „Fass-an“ oder ein „Pack-an“ hätten wir hier einen „Lapp-an“, wurde durch ihn doch erst die alte Kapelle und der Turm zu einer baulichen Einheit „zusammengeflickt“. Als  dieser Anbau 1909 abgerissen und durch ein Wohnhaus ersetzt wurde, sei der Name längst schon auf den Turm selbst übergegangen. - Ob diese Herleitung des Namens allerdings so stimmt, darüber streiten bis heute die Gelehrten.

 

Lappan

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Ach jee, de Lappan. Weckern an Ollenborg denken deit, de denkt meist forts uk an den Lappan, dat Kennteken van de Stadt. De Lappan hett nich immer so heeten un uk nich so utseihn as vandaoge, man de Ollenborgers hebbt jümmers nao em keken. Af un an schullde de Lappan afreten weern, man alltied hebbt de Lüe in de Stadt sik wehrt. Anners wüdd us nu uk reel wat fehlen. 1667 is meist de heele Stadt afbrannt. Dat un stuure Tieden hebbt dat meiste van dat middelöller Ollenborg unnergaohn laoten bit up hier. All 1300 hebbt de Lüe hier een Stift för Arme inricht un daortegen een Kappell upstellt. Veele Lüe – jüs uk de ut de Neistadt bünt van daor an nich mehr bit St. Lamberti gaohn. ´Nen paor Jaohrteinte löter is all een Glockentorn baut worrn. So is et kaomen, dat de Lappan de öllste Karktorn in de Stadt is, wat jedereen em anseihn kann. Kappelle un Stift was nao den Hilligen Geist neumt, so hett uk de Stadtmüüre hier Hilligen-Geistwall , wat bit vandaoge de Straotennaome is. In de Tied van den krawalligen Graf Gerd was de neie steenen Karktorn jüs pass, de Stadt tegen de Mönsteraner, de Friesen un de Hanse tau verdefenderen. De Kappelle un dat Armenhus hebbt de Tieden nich överstaohn, as de Abt van´t Kloster Rastede in de Gaststraote een Gasthuus har, wat mehr een Unnerdack för Lüe sünner Geld för een Unnerdack was. Nao de Reformation was een egen Kapell för jedeen Hilligen nich mehr nödig. De Glockentorn mit de Uhr överlevde de Jaohrhunnerde tauhope mit dat Hüsken an sien Siet. Disse Hock wöör al lang Lappan neumd. De Ollenborgers vertellt, de Naome kump van lappen, wat tauhope neien, flicken bedüd. Meistieds ropd de Lüe een Öckelnaomen – so as bi Döchtnix of Schluffhack. Jüs so heppt se dat bi een Packan of eben Lappan maokt, de de Torn an de Kapelle anflicken dee. 1909 wöör dat Hüsken afreten un een reelet Hus baut, man de Naomen klefde al lang an den Torn un bleff daor an hangen. Of dat so richtig is, dat weit bit vandaoge kieneen.

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