Das Zwischenahner Meer

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Ach wie schön, wenn das Licht hier so auf dem Wasser unseres Zwischenahner Meeres schimmert. Finden Sie nicht auch? Und wie gediegen das hier alles ist. Ja, aber wissen Sie denn überhaupt, wie unser Meer eigentlich entstanden ist? Nein? Och, dann erzähl ich Ihnen das mal eben!

Alles fängt mit Goethe an. Glauben Sie nicht? Doch, so ist es! Denn Goethe lässt im Faust seinen Mephisto sagen: „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“ Denn dieses angenehm beschauliche Gewässer vor Ihnen ist tatsächlich ein Werk des Teufels. Das hätten Sie nicht gedacht, was? Als die Oldenburger nämlich vor vielen hundert Jahren ihre erste Kirche bauten, da war der Teufel so wütend, dass er ein riesiges Stück Wald aus dem Boden riss und es in Richtung auf die Stadt trug. Er hatte nämlich nichts anderes im Sinn als Oldenburg darunter zu begraben. Aber der Wald war schwer, und so brauchte der alte Bösewicht länger, als er es sich wohl selber gedacht hatte. Als er schon fast in Sichtweite der Stadt war, krähte ein erster Hahn, was den baldigen Tag ankündigt, der die Macht der Finsternis bricht. Aber noch war der Teufel guten Mutes. Erst als auch noch ein zweiter und ein dritter Hahn krähte, entglitt ihm seine schwere Last, worauf er mit einem infernalischen Wutschrei davonstob. Das Waldstück, das er einfach liegen ließ, wo es gerade war, ist heute der Wildenloh, der Wald genau an der Grenze zwischen dem Ammerland und dem Oldenburger Stadtgebiet. Ihm merkte man noch lange an, dass er vom Bösen stammte, denn er war geradezu vollgestopft mit Geistern und Gespenstern übelster Sorte.

Aber die Stelle, wo der Teufel den Wald herausgerissen hatte, die füllte sich mit Wasser und machte schnell ihre finstere Herkunft wett. Die wurde nämlich zu unserem schönen Zwischenahner Meer. Der alte Goethe hat also wieder einmal Recht behalten.

Natürlich gibt es auch Leute, die über das Zwischenahner Meer etwas ganz anderes erzählen. Es soll hier tief unter der Erdoberfläche einen Salzstock geben, der sich von Ostfriesland bis kurz vor Bremen zieht. Während der letzten Eiszeit soll dann vor etwa 12000 Jahren das Grundwasser die oberen Schichten dieses Salzstockes hier vor Ort weggespült haben, so dass die Oberfläche einbrach und sich die so entstandene Senke schließlich mit Wasser füllte.

Nee, aber wer will denn so etwas glauben, wenn es doch eine andere, viel schönere Geschichte gibt!

So, und nun atmen Sie noch einmal tief die schöne Atmosphäre ein an unserem schönen Zwischenahner Meer.

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