Das Hirschtor

 

Das Zugangstor zum dahinter liegenden „Wildpark“

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Das sog. „Hirschtor“ war das Zugangstor zum dahinter liegenden „Wildpark“ oder „Tiergarten“. Dieses Areal war neben dem weiter nördlich gelegenen Wildpark Hankhausen, an dessen Rand das Forsthaus von 1843 steht, das zweite seiner Art.
Das Tor wurde 1870 von Großherzog Nikolaus Friedrich Peter erbaut, nachdem durch den Abriss des alten Vorwerks, eines alten Versorgungshofes für das Schloss, der Park nach Süden hin bis zur heutigen Parkstraße erweitert worden war. Südlich der Parkstraße wurde darüber hinaus ein neues Vorwerk erbaut, das 1928 an den Gärtner Albertzard verkauft wurde.
Die bronzenen Hirsche, die nach einem Modell von Christian Daniel Rauch gegossen waren, verwiesen auf den Charakter des hinter ihnen liegenden Parks. Ähnliche Stücke gibt es übrigens in anderen herrschaftlichen Zusammenhängen, z. B. im Glienicker Park in Potsdam.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, in Zeiten wirtschaftlicher Not und Rohstoffknappheit, waren die Hirsche eines Tages verschwunden. Sie waren gestohlen worden!
Auch die Torarchitektur selbst verfiel allmählich, zumal die ursprüngliche Funktion des Tores keine Bedeutung mehr besaß.
Jahre später hat man jedoch den denkmalerischen Wert des Hirschtores wiederentdeckt, und in den 1990ern konnte das Tor dank einer Bürgerinitiative schrittweise wiederherstellt werden, so dass es uns heute in alter Pracht wieder entgegentritt.

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