Das Fischerhaus

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Meinen allerherzlichsten Glückwunsch!

So könnten Sie sich hier im Fischerhaus beglückwünschen lassen, wenn Sie vorhätten zu heiraten. Ich weiß zwar nicht, ob Sie das in nächster Zeit vorhaben, aber möglich wäre es hier, denn schon seit geraumer Zeit bietet das Standesamt Brake im Fischerhaus die Möglichkeit einer Hochzeit im stimmungsvollen Ambiente. Wenn das mal nicht schön ist!

Aber vielleicht wollen Sie ja gar nicht heiraten, sondern interessieren sich vor allem für dieses wunderschöne alte Haus. Tatsächlich stehen Sie vor dem ältesten noch existierenden Haus in Brake. Es stammt aus dem Jahr 1731 und wurde von den Eheleuten Addick gebaut. Der Name Fischerhaus ist dabei etwas irreführend. Natürlich hat man von Brake aus auch gefischt, aber meist eher als Nebenerwerb und nur mit Stellnetzen im Uferbereich, so dass wir davon ausgehen müssen, dass auch die Addicks nicht unbedingt Fischer gewesen sind. Vielmehr bietet das Haus selbst einige Hinweise auf die Lebensverhältnisse seiner ersten Bewohner. Es ist ein relativ großes Haus in Form eines recht typischen niedersächsischen Hallenhauses und wir haben ein großes Eingangstor in der Front, die sog. „Grootdör“. Warum die Größe des Hauses, obwohl die Leute sicherlich nicht reich waren? Na klar, hier lebten Mensch und Tier unter einem gemeinsamen Dach. Und die große Tür – die brauchte man für den einen oder anderen Karren, der beispielsweise mit seiner Heuladung ins Haus gezogen wurde. Das heißt, wir haben hier trotz seines Namens wohl kein rein maritimes Erbe vor uns, sondern eines, das mindestens genauso dem Land, genauer der Landwirtschaft zugehört. Die Parzellen der hiesigen kleinbäuerlichen Betriebe lagen in aller Regel direkt hinter dem Deich und zwar vom Klippkanner Deich Weserabwärts von hier über die Mitteldeichstr., auf der wir uns gerade befinden bis hin zur Langen Straße weseraufwärts.

Diese wenigen Häuser waren auch noch keine festgefügte Siedlung im heutigen Sinne. Unser Fischerhaus ist in dieser Hinsicht sogar älter als die Stadt Brake selbst, denn erst 1756, also fünfundzwanzig Jahre nach Bau des Hauses wird erst ein Braker Hafen erwähnt und sogar erst 1814 gibt es die eigenständige Kommune Brake.

Dass dieses Haus heute wieder so schmuck aussieht, liegt übrigens daran, dass es Anfang der 1990er Jahre mit viel Mühe und Herzblut saniert worden ist. Genutzt wird es - neben der Geschichte mit den Hochzeiten – vom Braker Heimatbund, der hier vielfältige Veranstaltungen abhält.

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Hartlichen Glückwunsch!

Dat kann man in dit Huus fakener hörn denn siet 1998 kann man in dat Fischerhuus heiraten und dat is denn doch n´beten komodiger as in dat Standesamt in´t Rathuus.

Ober ok ohne to heiraden is dat n´ganz wunnerboret Huus, dat öllste Huus in ganz Braak und stammt ut dat Joahr 1731. Boot wurrn is dat Huus von een Ehepoor Addicks, man of dat Fischer weern und at Huus dorum den Namen hett weet keeneen so genau. Dat is een för de domalige Tiet temlich groot Hallenhuus mit ne groote Dör anne Vördersiet un dor levten denn woll de Minschen und Deerten tohop unner een Dak. Domals geev dat an de Stäe noch nich so veel Hüus so dat dor ok noch´n  poor Stücken Land to beackern weern. Ne Stadt so as vondagen geev dat jo domals noch gor nich, dat weer eers 1814 sowiet.

So smuck herricht wurrn is dat Huus so 1990 rum und de Heimatbund Braak holtt hier seine Veranstaltungen af. Dann und wann givt dat denn ok noch Lesungen und Konzerte, nich so groot, aver ganz kommodig.

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