Brommy

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Ahoi, Ihr Lieben! Brommy ist mein Name, und ich kann Euch sagen, dass ich hier in Brake etwas ganz Bedeutendes geschaffen habe, das weit über seine Zeit hinauswies!

Vielleicht wundert Ihr Euch über meinen Namen, der klingt so gar nicht deutsch. Ist er auch gar nicht! Geboren wurde ich 1804 als Karl Rudolf Bromme im schönen Sachsen. Aber schon seit Kindheitstagen träumte ich von der See. Und da ich viel unterwegs war, verschlug es mich in so manche Gewässer, wo der Klabautermann englisch spricht. Da rief man mich: „Brommy“ und dabei sollte es dann bleiben.

Ach, die See und die Freiheit, die lagen mir schon immer am Herzen. Daher war ich in aller Welt unterwegs und unterstützte vielerorts Freiheitskämpfer, die die Ketten ihrer Unterdrücker sprengen wollten. Nicht zuletzt im griechischen Freiheitskrieg habe ich große Kriegsschiffe geführt und wurde zum Fregattenkapitän befördert.

Im Jahre 1848 fegte ein Sturmwind der Revolution auch durch die deutschen Lande. Endlich sollte eintreten, was nach der Vertreibung Napoleons und der Zersplitterung Deutschland in viele Kleinstaaten sehnlichster Wunsch vieler Deutscher war: ein einig deutsches Vaterland in Recht und Freiheit. In Frankfurt am Main trat das erste gesamtdeutsche Parlament zusammen. Wir schienen dem Ziel so nah!

Ein Problem war aber die Grenze zu Dänemark. Natürlich sollten die Deutschen in Schleswig-Holstein Teil des neu erstehenden Deutschen Reiches werden. Darüber war der König in Kopenhagen jedoch nicht sonderlich erbaut, denn die Herzogtümer Schleswig und Holstein gehörten damals zu seinem Reich. Er drohte sogar mit Seeblockade. Aber da war er bei mir ja ganz richtig. Ich schrieb also einen Brief an den Präsidenten des Frankfurter Parlaments und bot meine Hilfe für den Aufbau einer deutschen Flotte an.

Was soll ich Euch sagen, mein Vorschlag wurde angenommen! Und ich erhielt den Rang eines Konteradmirals, Schiffe wurden angeschafft und bewaffnet, Mannschaften angeheuert. Mein ganzer Stolz war das Flaggschiff, das so hieß wie der alte Kaiser Rotbart „Barbarossa“. Im Sommer 1849 fuhren wir ins Gefecht. Vor Helgoland stellten wir die Dänen. Da sie aber größere Verbände als Unterstützung erhielten und uns die Engländer von Helgoland aus mit Warnschüssen traktierten, drehten wir schließlich bei.

Gelegen hat die erste deutsche Flotte genau hier in Brake! Zumindest größtenteils.

Wir waren - und blieben es leider auch - die einzigen Truppenverbände, die das Parlament in Frankfurt als ihren obersten Befehlsherrn anerkannten. Alle anderen Soldaten in Deutschland blieben unter dem Befehl ihres jeweiligen Landesfürsten. Und das war ein Unglück, denn so konnte das Parlament schließlich entmachtet werden und die Fürsten wie die Kleinstaaterei triumphierten über unsere hochfahrenen Hoffnungen.  1853 war ich gezwungen, den Abschlussbefehl zu unterschreiben. Die erste deutsche Flotte war nach nur vier Jahren ihrer Existenz schon wieder Geschichte.

Doch wenn heute die Bundesmarine überall auf der Welt einen guten Ruf genießt, dann weiß ich, dass ich doch recht hatte.

Auch mein Brake hat mich nie vergessen. Begraben wurde ich in der Schwarz-Rot-Goldenen Flagge meiner Barbarossa auf dem Friedhof der Friedrichskirche. Dort kommt mich ruhig mal besuchen. Und wenn Ihr mehr wissen wollt, dann geht ins hiesige Schifffahrtsmuseum, wo es noch viel mehr von mir und meiner Flotte zu sehen gibt!

Hörerlebnis in Plattdeutsch …

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Moin, moin leeve Lüe! Brommy is mien Naam und wat ik hier upstellt heff, dor snackt man man vandagen noch von. Villicht wunnert ji joe över mien Naomen de nich so richtig düütsch klingt. Dat keem nämlich so: Ik bin 1804 as Karl Rudolf Bromme in Sassen to Welt kaomen und wull all as Kind to See föhrn. So is dat denn ok koamen und ik bin över de Weltmeere seilt. Darbi wurrd denn faken ingilsch snackt und so keem dat denn to denn Naomen Brommy weil dat de meersten lichter över de Tung gung. So weer ik denn ok in Griechenland und heff dor bit to´n Fregattenkaptein brocht.

1848 keem dat denn in Düütschland so wiet dat se ut all de lüttjen Fürstentümer een groted, eenig Land moaken wulln. Dor schulln denn ok de in´n Norden, in Holseen mit tohöörn. Man dor harr de dänische König wat gegen. Und dor heff ik denn bi´n Baas von dat Parlament in Fankfurt min bi´n Opboe von een düütsche Flotte anboen. Wat schall ik joe seggen, se  hebbt dat annahmen , Schepen kofft,  Lüe anhüürt  und mi to´n Konteradmiral moakt.

Min beste Schipp weer de „Barbarossa“ und mit noch´n poar annere Schepen sind wi denn in´n Sommer 1849 gegen de Dänen utlopen. Vör Helgoland hebbt wi se denn stellt, man se weern toveel und kreegn ok noch Hülp von den Engländers de op Helgoland stationiert weern und so mussen wi denn bidreihen.

Stationiert weer disse eerst düütsche Flotte hier in Braak. Mit dat eenig düütsche  Vadderland kreeg´n se dat in de tokaomen Joahrn in Frankfurt over nich so richtig op de Reeg und na blots veer Joahr wurr denn de Flotte all wedder oplöst. Aver sanckt ward dor vandagen noch von.

Ik bin denn ober irgendwie immer Braaker bleben; heff ne Braaker Deern heiroat und opletzt ok op den Karkhoff in Hammelwarden beerdigt wurrn. Kiekt dor man ruhig maol  vörbi und wenn ji noch mehr över mi oder de erste düütsche Flotte weten willt köönt ji dat in us  Museum gewoahr weten.

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