Der Braker Hafen heute

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Wenn man über Niedersachsens Nordseehäfen redet, fallen einem gerne zuerst Wilhelmshaven, Bremerhaven oder auch Emden ein. Brake gerät bei dieser Aufzählung schon einmal in Vergessenheit – und das ganz zu Unrecht!

Schon von seiner Tradition her kann der Braker Hafen allemal mithalten.  Die Schifffahrt hier reicht bis weit ins 17. Jhd. zurück. Da konnte man Bremerhaven und Wilhelmshaven noch nicht einmal auf der Landkarte finden! Seit Anfang des 19. Jhds. hob man das Braker Außentief zu einem Hafenbecken aus, das heute den Binnenhafen bildet. Gleichzeitig baute man die Kaje als Anlegeplatz aus, so dass im gesamten Umfeld die Lager- und Packhäuser wie Pilze aus dem Boden schossen. In einem dieser ehemaligen Packhäuser, im Borgstede und Becker Haus, ist übrigens stilecht ein Standort des Schiffahrtsmuseums Unterweser untergebracht.

1835 wurde Brake zum Freihafen, d.h. hier wurden die Waren zollfrei gelagert, mussten aber durch den Zoll, sobald sie auf der Landseite weitervertrieben wurden. Das bedeutete natürlich, dass man das ganze Hafenareal absperren musste. Der Straßenname „Palisadenweg“ erhält die Erinnerung an diese Zeit, die erst knapp100 Jahre später, im Jahre 1932 endete, noch heute aufrecht.

Heute ist der Braker Hafen ein moderner und flexibler Spezialhafen, mit riesiger Lagerkapazität und günstiger Hinterlandanbindung für Straße, Schiene, aber auch für die Binnenschifffahrt. Der schwerlastfähige Niedersachsenkai mit seinen zwei Brücken- und Mobilkränen wurde in den letzten Jahren, nach dem Weggang der Marine, deutlich verlängert, so dass zwei zusätzliche Anlegeplätze für Großschiffe geschaffen wurden. Hier werden insbesondere Stahlteile und Elemente für Windanlagen umgeschlagen.  Darüber hinaus verfügt der Hafen über drei Spezialterminals: den AGRI Terminal mit modernster Silotechnik für den Umschlag von Getreide und Futtermitteln, den Break Bulk Terminal für das schnelle Beladen von Seeschiffen direkt von Küsten- oder Binnenmotorschiffen und den Schwefel Terminal der Exxon Mobil.

Im Jahr 2012 belief sich der Gesamtumschlag des NiedersachsenPorts Brake auf unglaubliche 7,4  Millionen Tonnen. Hinzu kommt noch der private Pier etwas weiter außerhalb, der insbesondere dem Umschlag und der Verarbeitung von Ölen und Fetten dient. Hier wird die alte Tradition der Fettverarbeitung fortgeführt, die in Brake Jahrhunderte zuvor mit der Herstellung von Tran aus Wal- und Robbenfett begann.

Wenn Sie also das nächste Mal an die niedersächsischen Häfen denken, dann vergessen Sie bitte nicht Brake. Und jetzt wissen Sie auch, warum!

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Wenn man över die Habens an Neddersassens Küste snackt fallt een Willemshaben, Bremerhaben oder ok Emden in. An Braak denkt´n ehr nich, man Braak kann mit de annern altomol mitholen. In Braak hebbt al Schepen fastmoakt, dor geev dat Bremerhaben oder Willemshaben meist noch gor nich. Anfang von 19. Joahrhundert  hett man hier een Habenbecken boht, dat is de hüütige Binnenhaben, un anne Kaje kunn´n de eersten Schepen fastmaken. Rundumto wussn denn ook gau de Pack- und Lagerhüüs ut de Grund. In een von disse Hüüs find se vondagen dat Schifffahrtsmuseum Unnerwerser, in dat Borgstede und Becker Huus. 1835 wurd Braak denn Freehaben und um den ganzen Haben woar een Tuun sett, meist as vondagen, man ut anner Grünnen. Dat weer denn 1932 woller toennen.

Vondagen is Braak een ganz modernen Haben mit beste Verbindungen in´t Achterland. Dat geiht mit Schepen över de Werser und Hunte, mit Lastwoagens över de Autobahn oder ok mit de Iesenbahn. De Pier hebbt se nochmal länger moakt so dat dor ok de ganz groten Dampers anlegen köönt und an Land töövt denn al riesige Kraans um al de Saaken an Land to heben. Hier weerd ok veele Deele för de modernen Windmöhlen umschlaan, de een landop und landaf immer mehr sehn kann. De Silos in Haben sind woll meist de gröötsten in ganz Europa und Lastwagens föhrt rund um de Uhr um al den Kraam wat dort lagert wat wieter to verdeeln.

In 2012 sind in den Haben so bummelige 7,5 Mio. Tunnen an Waren bewegt wuurn. Dat is doch al wat, nich?

Twüschen den olen und den neen Haben liggt noch ne lüttje private Pier wo se mit Öle und Fette hannelt. Fröher weer dat Wal- und Robbenfett und vandagen is dat meist Palmöl. Bi de Braker heet dat dorum ok blots immer „ de Fett“ wenn von den Deel von´n Habne snackt ward.

Joa, hier is al ganz moie wat los un wenn denn moal von den Habens anne Küst snackt ward schull´n Braak nicht vergäten.

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